Kooperation, Vernetzung und der „Runde Tisch“

Das gesellschaftliche Problem der häuslichen Gewalt ist nicht im Alleingang zu lösen. Der Gewaltkreislauf kann nur in enger Kooperation aller involvierter Institutionen und Behörden geschehen. Opferschutz und Hilfe für Betroffene funktionieren umso besser, je mehr die mit häuslicher Gewalt befassten Institutionen und Behörden ihre jeweiligen Arbeitsansätze und Verfahren aufeinander abstimmen. Je besser die einzelnen Räder im Interventionsverlauf ineinander greifen, desto effektiver kann der Gewaltkreislauf gestoppt werden.Um die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Lahn-Dill-Kreis und der Stadt Wetzlar zu intensivieren und zu verbessern, wurde im September 2004 ein regionaler „Runder Tisch gegen häusliche Gewalt“ eingerichtet, dessen Koordinierung die Interventionsstelle und die Frauenbeauftragten des Lahn-Dill-Kreises und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Wetzlar übernehmen. Die Sitzungen werden von der Koordinierungsgruppe vor- und nachbereitet. Darüber hinaus nimmt die Koordinierungsgruppe die Aufgaben einer Geschäftsstelle wahr und vertritt den Runden Tisch nach außen.Dem Runden Tisch gehören Fachleute von Einrichtungen aus Wetzlar und dem Lahn-Dill-Kreis an, die Beratung und Hilfestellung für die Opfer von häuslicher Gewalt in verschiedenen Bereichen bieten. Teilnahmeberechtigte Institutionen sind u. a. das Frauenhaus Wetzlar e.V., Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichte, Rechtsanwältinnen, Jugendämter, Beratungsstellen für Eltern, Kinder und Jugendliche, Kinderschutzbund und Beratungsstellen der Caritas und des Diakonischen Werkes. Der Runde Tisch verfolgt mehrere Ziele, einige davon sind:

  • Enttabuisierung des bisher als Privatsache begriffenen Themas „häusliche Gewalt“ und Sensibilisierung der Öffentlichkeit für dieses gravierende Problem,
  • Bekanntmachung, Koordination und effektive Umsetzung des Gewaltschutzgesetzes,
  • Bestandsaufnahme der Beratungs- und Therapiemöglichkeiten für Betroffene, Kinder, Migrantinnen und Migranten, aber auch für Täter,
  • Intensivierung der interdisziplinären Zusammenarbeit und Verbesserung des Opferschutzes,
  • (eventuelle) Beratungslücken schließen.